Eine kleine Chronik von Gommersdorf

Gommersdorf, im mittleren Jagsttal gelegen, hat eine wechselvolle Vergangenheit. Das Dorf entstand im frühen Mittelalter aus ehemals acht Höfen.(Gomarshof, Eulhof, Edelhof, Hüfnerhof, Windischhof, Heldenhof, Steinhof und Zimmerbach). Durch Katastrophen und Kriegswirren wurden alle Höfe bis auf den Gomarshof zerstört und so siedelten sich um den Gomarshof immer mehr Bauern an, so dass ein kleines Dorf entstand.

 

Erste urkundliche Erwähnung war 1176 unter dem Namen Gumbirshof, genannt nach dem größten Besitzer Gomar oder Gumbrecht. Die ersten urkundlich nachweisbaren Besitzer waren die Herren von Aschhausen. 

 

Bereits 1194 gelangte der Ort durch Schenkung von Konrad von Aschhausen in die Herrschaft des Klosters Schöntal, das bereits vorher Besitz hier innehatte. Die Landeshoheit besaß Kurmainz. In kirchlichen Angelegenheiten gehörte Gommersdorf bis 1818 zum Bistum Würzburg. 

 

Weiterer Grundbesitz und Steuerrechte gingen im 13. Jahrhundert an das Kloster. Ein Großteil des Gommersdorfer Grundes gehörte damit zum Besitz von Kloster Schöntal.

Aus dieser Zeit stammen auch die 1592 erbaute Pfarrkirche, das unter Denkmalschutz stehende 1596 erbaute heutige Pfarrhaus, welches damals als Sommerresidenz der Äbte von Schöntal diente,sowie der um 1600 erbaute “Schöntaler Hof”, heute Gasthaus Klosterhof . Die Gründung der eigenständigen Pfarrei Gommersdorf durch Bischof Julius Echter von Mespelbronn, Würzburg erfolgte erst 1598.

 

Die Ziesterzienserabtei Schöntal fiel 1802 als eines der ersten Opfer der Säkularisation, der Verstaatlichung von Kirchen- und Klosterbesitz, an Württemberg. So endete hier im Jagsttal und damit auch in Gommersdorf das zisterziensische Leben, das 1157 durch die Stiftung des Edlen Wolfram von Bebenburg, der ein auf dem Kreuzzug 10 Jahre zuvor abgelegtes Gelübde einlöste, begonnen hatte.

 

Nach jahrhundertlanger staatlicher Oberhoheit von Kurmainz kam Gommersdorf 1802 zum Fürstentum Krautheim unter der Herrschaft des Altgrafen Salm-Reifferscheid-Bedburg und gelangte ab 1806 durch Länder-Neuregulierung zum Großherzogtum bzw. später zur Republik Baden.

 

Am 1.9.1971 wurde Gommersdorf im Zuge der Gemeindereform in die Stadt Krautheim eingemeindet. Das kulturelle Leben jedoch ist selbständig geblieben. Blaskapelle, Gesangverein, Sportverein, Fischereiverein bereichern und beleben das dörfliche Leben durch häufige Veranstaltungen und Auftritte. 

 

1973 wechselte die Stadt Krautheim mit ihren Stadtteilen in den neu gebildeten Hohenlohekreis mit der Kreisstadt Künzelsau und wurde damit nach 166 Jahren badischer Zugehörigkeit in den Regierungsbezirk Stuttgart eingegliedert. Die historisch begründete Zugehörigkeit zu Baden steht für die Bevölkerung außer Frage.

Das neue Gemeindewappen stammt aus dem Jahre 1923, bestehend aus einer roten Zinnenmauer mit zwei Zinnentürmen auf silbernem Grund. Die Zinnenmauer ist das Wappen des Klosterstifters Wolfram von Bebenburg und erinnert somit an die jahrhundertlangen Beziehungen der Gemeinde Gommersdorf zum Kloster Schöntal, das über 700 Jahre Besitz in Gommersdorf und später die Ortsherrschaft über Gommersdorf innehatte.

 

Der Ort zählt derzeit ca. 650 Einwohner, die Gemarkung hat 965 ha. War Gommersdorf bis 1960 ein reines Bauerndorf, so spielt die Landwirtschaft heute keine Rolle mehr. Die Äcker und     Wiesen werden von Landwirten der Nachbarorte bearbeitet, während die Bevölkerung in die nähere und weitere Umgebung als Pendler zu den Arbeitsplätzen strebt.

 

 

(Siehe Zeitungsbericht FN vom 08.11.2008 Paul Bauer)

 

 

Ein frühindustrieller Versuch:

Die ehemals Fürstlich Salmische Brauerei in Gommersdorf.                                                           von Eugen Sternad

Auf dem in der Galerie abgebildeten Stich, ungefähr um 1840, ist die frühere fürstliche Brauerei mit der Mahlmühle, dem Pfarrhaus und der Kirche in ganzer Schönheit ersichtlich. Durch den Lunèviller Frieden (1801) kommen große Gebietsveränderungen in ganz Deutschland in Gang. 1802 wird das frühere churmainzische Amt Krautheim aufgelöst und kommt an den Fürsten Salm-Reifferscheid-Bedburg,der sich fortan noch Salm-Reifferscheid-Krautheim nennt. Der Fürst wird dadurch für den Verlust seiner linksrheinischen Besitzungen entschädigt, die er durch diesen Frieden verliert. 

Allerdings hat das Fürstentum Krautheim nur eine kurze Dauer. Am 12.6.1806 wird es durch die Rheinische Bundesakte aufgelöst und zwischen Baden und Württemberg aufgeteilt. Die Fürsten werden badische Standesherren und bleiben Eigentümer umfangreicher Besitzungen. Diese Liegenschaften verkaufen sie erst 1839, darunter auch ihren Besitz in Gommersdorf, für 1.103.973 Gulden an die Badische Hofdomänenkammer.

1833 errichtet Fürst Konstantin zu Salm-Krautheim auf dem Platz der alten Gemeindekelter in Gommersdorf eine Brauereianlage. Im Jahre 1836 schreibt er die Brauerei im Großherzoglichen Badischen Anzeigenblatt vom 26. 8. zur Verpachtung aus. 

Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die Brauerei in eigener Regie betrieben. Er hatte aus Uffenheim den bayerischen Bierbrauer und Küfermeister namens Christoph Ernst Schnerr engagiert. Dieser heiratet am 15. 7. 1833 und wird in der Klepsauer Kirche getraut und bezeichnet sich als „Fürstlich Salmischer Bierbrauer und Küfermeister". Als Zeuge ist u. a. auch angeführt. Wilhelm Albermann. „Tafeldecker“ bei seiner Durchlaucht dahier.

Aus der Ausschreibung geht u.a. hervor: Der Absatz des Bieres ist schon bisher auf eine Entfernung von 12 Stunden bedeutend und viele solide Kunden konnten nicht ganz befriedigt werden, auch ist die Wirtschaft von vielen benachbarten Städten, z.B. Krautheim, Künzelsau, Mergentheim, Schöntal, Heilbronn sehr stark besucht. Am zweiten Pfingsttag wird jährlich ein großes Volksfest abgehalten. 

Den Zuschlag erhält der damalige Krautheimer Hirschenwirt Andreas Eisenhut, der ab 26. 11. 1836 Pächter wird.

Aus dem Jahre 1846 ist uns eine Schilderung des ersten Heimatforschers unserer Gegend, dem Pfarrer Ottmar Schönhuth aus Wachbach, erhalten: „Am Eingang des Dorfes, von Krautheim her, steht ein stattliches Gebäude, die großherzogliche Bierbrauerei. Die früheren Besitzer der Herrschaft, die Fürsten von Salm-Krautheim, haben in Anbetracht des Mangels einer solchen Brauereieinrichtung im Jagsttal das schöne massive Brauhaus errichtet, auch die Umgebungen des Hauses so anlegen lassen, daß dieser Punkt zu einem der freundlichsten im ganzen Jagsttal geworden ist, wo vom Tal herauf und herab zahlreiche Besucher sich einfinden, um sich am guten Gerstensaft zu laben. Seitdem die Brauerei Eigentum des Landesregenten geworden ist, daß nun das beste Bier im ganzen Jagsttal zu Gommersdorf bereitet wird. Auch die Umgebungen des so romantisch am Ufer der Jagst gelegenen Wirtschaftsgebäudes haben sich so verschönert und man kann wohl in der milderen Jahreszeit im Jagsttal keinen schöneren Ausflug wählen als hierher, wo sich Badener und Württemberger in Eintracht zusammenfinden, um sich beim Kegelspiel zu unterhalten und am Gerstensaft und Gesang zu laben, bis die Abendsonne über das schöne, vor uns liegende Tal strahlt und die Zinnen des alten Schlosses in Krautheim beleuchtet, das nirgends so schön vor uns liegt, wie gegen Gommersdorf hin."

Leider stand der Fortbestand dieser Brauerei unter keinem guten Stern. Nach der ersten Verpachtung folgte ein stetiger Wechsel der Pächter. Es kamen unvorhergesehene Reparaturen hinzu. Es stellte sich auch heraus, daß der Felsenkeller nicht so gegen eindringende Wasser geschützt werden konnte. Die Folge war, daß er für die Lagerung von Bier ungeeignet wurde. 1891 schließlich, musste die Brauerei Konkurs anmelden. Damit endete nach knapp 60 Jahren der erste Versuch einer industriellen Ansiedlung in unserer Gegend. 

Danach erwarb Xaver Baader das Gelände und richtete in der ehemaligen Brauerei eine Mälzerei ein.

1947/48 wurden die Räume umgebaut. Die Fa. Otto Maier betrieb hier ein Emaillierwerk. Wegen Überschuldung musste das Werk 1952 geschlossen werden. Die Einrichtung wurde nach dem Krieg den Siegermächten überlassen. Das gesamte Areal ist heute im Privatbesitz.

 

 Aus der “Geschichte des Dominikanerklosters Sankt Paulus” in Berlin / Tiergarten-Moabit

 1.Ehrenbürger der Gemeinde Gommersdorf

Pater Ulrich Kaiser / „Der Kaiser von Moabit“

P. Ulrich stammt aus einem badischen Bauerngeschlecht, das ihm eine kernige und kraftvolle Gesundheit vererbte, die mit einer unermüdlichen Schaffenskraft verbunden war und die er bis in sein hohes Alter bewahrt hat. Er wurde als Anton Kaiser am 23. 03. 1880 zu Gommersdorf a. d. Jagst geboren. Nach seiner Schulzeit studierte er zwei Semester Philosophie und Jura an der Universität Würzburg. Am Schluss einer Volksmission, die P. Bonaventura Krotz 1901 im Würzburger Dom hielt, bat er  um die Aufnahme in den Dominikanerorden und begann am 03. 08. zu Venlo das Noviziat.
Nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Venlo und Düsseldorf wurde er am 10. August 1908 in Köln zum Priester geweiht. Am 28. August 1909 wurde er von Venlo, wo er kurze Zeit als Lehrer tätig war, nach Berlin versetzt. Hier sollte er schließlich ununterbrochen fast dreißig Jahre lang - bis zum 16. Januar 1939 - als Seelsorger 

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